Lebensperspektiven auf und hinter der Bühne

Farida Boukari
Auf der Bühne spreche ich aus der Erinnerung einer schwarzen Frau, aus der Verantwortung einer Mutter, aus der Klarheit einer Pädagogin und aus dem Drang nach Veränderung einer Aktivistin. Es geht mir darum, nicht nur gehört zu werden, sondern Wirkung zu entfalten – Räume zu öffnen für neue Blickrichtungen, gemeinsames Nachdenken und mutiges Handeln für eine gerechtere Gegenwart und Zukunft.
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Anna Feldt
Ich bin laut Pass 52 Jahre alt. Jedoch pendelt mein gefühltes Alter irgendwo zwischen 3 und 90, je nach Tag, Stimmung und Körpergefühl. Ich leite eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit, bin Sozialarbeiterin aus tiefster Überzeugung und zusätzlich systemische Beraterin. Beides liebe ich sehr. Der Weg dahin war steinig und verwinkelt. Das und einiges mehr hat mich lange blockiert – ich habe mich verglichen, mich zurückgehalten. Wieso eigentlich? Älterwerden fällt mir nicht leicht – körperliche Veränderungen fordern mich, manchmal mehr, als mir lieb ist. Und gleichzeitig hat dieser Prozess große, schöne Seiten, zum Beispiel verliert die Außenperspektive an Macht. Ich frage mich weniger, wie ich wirke, und mehr, was mir wirklich wichtig ist. Ich will Qualität in meinem Leben. Das hat einen Preis. In den letzten Jahren musste ich mich von vielen Menschen trennen, die lange da waren. Das war sehr schmerzhaft. Aber heute sind Menschen da, die mir guttun, die mich sehen, wie ich bin, und mir viel geben. Dafür bin ich dankbar. Sehr.
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Viktoria Herz
Als Kind der 90er-Jahre genieße ich das Stadtleben und liebe die Natur und das Reisen. Meine Neugierde und Lust auf Abenteuer bringen mich an verschiedene Orte, zu lieben Menschen und Hobbies. Ich engagiere mich auf vielfältige Weise, stets mit dem Wunsch zur Emanzipation einer*eines jeden beizutragen.
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Mara Schittek
Ich entscheide, was Frau sein für mich bedeutet.
Ich entscheide, wann ich Frau bin, wann ich Mädchen bin und wann ich nichts davon bin.
Auf der Bühne erzählen wir davon, was passiert, wenn wir diese Entscheidungen nicht selbst treffen – und was möglich wird, wenn wir es tun. Äußere ungewollte Einflüsse zu bekämpfen kostet (mich) Kraft. Und manchmal braucht es Projekte wie diese, mit Personen wie diesen, um dieser Kraft eine Stimme zu geben.
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Martina Sonnenrein
Ich bin knapp sechzig und arbeite im öffentlichen Dienst, wo ich täglich mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten in Berührung komme. Mein beruflicher Alltag ist geprägt von sozialer Verantwortung, Bürokratie und dem Versuch, Menschen gerecht zu werden. Im Theater finde ich einen Ausgleich – hier kann ich andere Stimmen sprechen lassen und zugleich meine eigene hörbar machen. Auf der Bühne spreche ich aus der Perspektive einer Frau, die viel gesehen hat: die Brüche, die leisen Kämpfe, den Humor im Alltag. Ich bringe meine Lebenserfahrung mit – ohne sie zu verstecken, sondern als Teil meiner Ausdruckskraft.
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Verena Becker
Ich stelle mir und unserer Gesellschaft die Frage: Warum genießt ein Mann oft mehr Vertrauen und Ansehen? Warum ist er immer noch privilegierter? Und wie kann sich das ändern?
Hinter der Bühne

Nike-Marie Steinbach
Ich bin die älteste von sechs Geschwistern, mit denen ich bis heute eine besondere Verbindung genieße. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf habe ich das Stadtleben lieben gelernt. Obwohl ich meine ganz-für-mich-alleine-Wohnung liebe, bin ich gerne unterwegs: zum Arbeiten in unterschiedlichen Theater-Kontexten, als passionierte Tante bei meiner großen Familie, als Freundin bei mir nahen Menschen und mit Rucksack und Zelt draußen in der Natur. Dabei staune ich immer wieder, wie schön die Welt in ihrer Komplexität ist.
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Isabell Wibbeke
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Bettina Schuster-Gäb
Ich lebe und arbeite für Impulse. Impulse mittels Kunst, mittels Theatersprache. Für eine bewegliche, soziale und diverse Gesellschaft, die gemeinsame Reflektion als Amusement feiert.
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Emily Engstler
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