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Auf ein Wort Theaterblog

»FAST ALLES IST POP.«

Gesa Oetting #PEEP! spielt im Kaufhaus, die Spieler*innen
verkörpern verschiedene Spielzeuge. Was erzählen sie uns?

Mona Sabaschus Wir begegnen Spielzeugen, die nach Ladenschluss zum Leben erwachen und sich deprimiert fragen, warum sie Ladenhüter sind. Alle hoffen auf ein Leben außerhalb des Kaufhauses, um ihren Daseinszweck zu erfüllen: zu unterhalten und Freude zu bereiten. Als die Müllpresse droht, bricht Panik aus. Sie beginnen, alle möglichen Strategien durchzuspielen, um ihren Marktwert zu steigern. Singend und tanzend buhlen sie um potentielle Käufer*innen und lavieren sich durch verschiedenste Zuschreibungen, Sehnsüchte und Glaubenssätze unserer Gesellschaft. Zwischen Imagefindung und Selbstoptimierung halten sie uns dabei gehörig den Spiegel vor.

Lea Ostrovskyi in »#Peep!« (Foto: Honkphoto).

Oetting Die Figuren bei #PEEP! äußern sich fast nur über Popsongs – wie fiel deine Wahl auf Popmusik als Ausdrucksmittel?

Sabaschus Mich interessiert die ständige Wechselwirkung, wie Pop uns beeinflusst und wir den Pop. Dabei ist Musik nur ein Aspekt von Popkultur, auf die wir uns in #PEEP! immer wieder beziehen. Fast alles ist Pop und wir sind davon unweigerlich umgeben. Popkultur ist immer auch Produkt gesellschaftlicher Prozesse, reflektiert Diskurse und nimmt diese dabei gleichzeitig für sich ein, um sie kommerziell zu verwerten. Sie ist also total ambivalent und bewegt sich somit in einem aufregenden Spannungsfeld, an dem man sich gut abarbeiten kann!
Das Gespräch führte Gesa Oetting

#PEEP!
Kammermusical von Mona Sabaschus
Mona Sabaschus
B + K Janin Lang
ML Johannes Mittl
C Claudia Meystre
D Gesa Oetting

Mit Bauer, Trapp, Ostrovskiy; Kretschmer, Hutter, Wischniowski

Band: Jochen Lauer, Johannes Mittl, Max Popp, Marc Sauer

Uraufführung: 15. September 2023, 19:30 Uhr,Alte Feuerwache

Weitere Vorstellungen:
September 22., 27., 29., 30.
Oktober 3., 6., 15., 26.