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Hinter dem Vorhang Theaterblog

Glücklich sein oder nicht Glücklich sein? Das ist hier die Frage.

Das Saarländischen Staatstheater führt ein Experiment zum Thema »GLÜCK!« durch. Wie kann ich mehr Glück im Alltag spüren? Kann ich Glück künstlich hervorrufen? Kann Bewegung glücklicher machen?

Mach mit und erforscht mit uns!

Diese Woche zeigen wir euch eine körperliche Übung, um diese spannende Fragestellung zu untersuchen. Dieses Experiment könnt ihr gerne Zuhause mit der Familie, mit Freund*innen im Garten oder einfach mit Fremden auf der Straße probieren. Diese Glücksübung geht auf jeden Fall mit 1m50 Abstand zwischen jedem*r Teilnehmer*in.

Ein Rennen in Zeitlupe, um das Glück zu gewinnen:

  • Einige Teilnehmer*innen bereiten sich auf der Startlinie für ein Rennen Richtung »Besser« vor.
  • Zwei oder drei Personen übernehmen die Rolle der Sportkommentator*innen. Sie fangen das Spiel an, indem sie jede*n Sportler*in mit Namen vorstellen.
  • Sobald die Kommentator*innen »Auf die Plätze, fertig, los!« gesagt haben, beginnen die Läufer*innen ihren Zeitlupenlauf bis zur Glückslinie.

Das Ziel ist es, so langsam wie möglich schnell zu sein:

  • Dabei ist zu beachten: Alles findet in Zeitlupe statt. Nicht nur die Schritte, sondern auch die Mimik der Gesichter, die Blicke, die man sich zuwirft, das Atmen, die stummen Siegesschreie und Glücksbewegungen, wenn ihr in der Glücksrepublik angekommen seid.
  • Während der ganzen Zeit beschreiben die Kommentator*innen, was gerade passiert. Wenn die Läufer*innen die Ziellinie erreicht haben, bleiben sie weiter in Zeitlupe und mimen Glück, bis der letzte Läufer angekommen ist. Die Kommentator*innen entscheiden, wann das Rennen fertig ist und bitten dann das Publikum, über den Sieger abzustimmen. Es ist nicht unbedingt der/die Läufer*in, der/die als erstes die Ziellinie erreicht hat, sondern eher der glücklichste Zeitlupenläufe.
Experiment zum Glück.

Mögliche Variante: Ihr seid nicht genug Leute, um alle Rollen zu übernehmen? Ihr könnt das Experiment auch ohne Kommentator*in machen, dafür aber mit Musik im Hintergrund. Sofort habt ihr eine Theaterszene.

Und, wie war’s? Hast du Glück gespürt? Helft uns bei unserer Glückforschung, sendet uns gerne einen kurzen Eindruck eures Glückserlebnis (Video oder Foto) per Email an Theaterpädagogin Anna Arnould: a.arnould@staatstheater.saarland

Anna Arnould,
Theaterpädagogin

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Hinter dem Vorhang

»Die Bühne war Teil unserer Wohnung«

Fritz (*1938) und Peter (*1942) Rüdell sind Teil der Geschichte des Saarländischen Staatstheaters.

Als Peter Rüdell den Blog Beitrag »Blättern in historischen Fotografien« las, nahm er Kontakt zur Autorin Simone Kranz auf, denn auch er und sein Bruder Fritz besitzen eine große Anzahl von historischen Fotografien und Dokumenten, die  das Staatstheater betreffen.

Ihr Vater Otto Rüdell war von 1938-72 (mit Unterbrechung) Hausmeister am Saarländischen Staatstheater und bewohnte mit seiner Familie die ehemaligen Hausmeisterwohnung im Souterrain des Theaters.  FSJlerin Lara Sofie Happ und Simone Kranz sprachen mit den beiden Brüdern, die im Theater aufwuchsen.

Herta Ritter, Marliese und Fritz Rüdell in »Medea«.

Sie lebten im Keller des Theaters?

F. Rüdell: In den Bauvorschriften der Zeit stand, dass die Wohnung des Hausmeisters nicht höher als im Erdgeschoss liegen durfte. Platz wäre ja da gewesen. Unsere Mutter hätte sich immer gewünscht, besser zu wohnen.

P. Rüdell: Wir hatten diesen Lichtgraben, wie er heute immer noch existiert. Da waren dann die Ratten drin und wir hatten  einige Male Hochwasser in der Wohnung. 1955 standen wir acht Stunden lang da und haben das Wasser mit Putzlumpen aufgesogen, in einen Eimer gedreht, rausgetragen, in den nächsten Gully geschüttet, aber das Wasser hat sich immer wieder durch den Fußboden gedrückt.  Das erste große Hochwasser war 1947. Es wurde  auch von Treibgut ausgelöst, das sich an der Alten Brücke ansammelte und nicht beseitigt werden konnte. Da gibt es übrigens auch noch Hochwasserbilder. Unser Vater hat viel gesammelt und fotografiert, auch wenn das damals verboten war. Kriegsschäden durfte man als Privatperson nicht fotografieren. Er hat sie trotzdem aufgenommen. Da gibt es die privaten Bilder meines Vaters und die offiziellen Bilder, die aus Berlin veranlasst wurden.

F. Rüdell: Wenn von Kriegsschäden die Rede ist, muss man zwei Dinge unterscheiden. Der erste große Angriff war ja schon 1942. Und dann kam der Angriff vom 5. Oktober 1944, als das Theater zu großen Teilen in Schutt und Asche gelegt wurde. Unser Vater war damals beim Militär, aber wir anderen saßen sozusagen unter der Pförtnerloge, in einem kleinen Raum, genannt das Papierkämmerchen, und haben dort ausgeharrt. Anschließend stellte sich heraus, dass eine Tür weiter, auch im Kellergeschoss, eine 12 Zentner Bombe lag, ein Blindgänger, der nicht losgegangen war. Davon gibt es auch ein Foto von der Bergung, sehr unscharf, ein garantiert verbotenes Bild. An der Saarseite, in der Mauer zur Saar, gab es einen Bunker, eigentlich nur ein Splitterschutz, in dem wir mit unserer Mutter und Mitarbeitern des Theaters bei Luftangriffen oft Schutz gesucht haben. Die Männer haben auf einer »Luftangriffskarte« Skat gespielt und ein Sender hat gemeldet, in welchem Planquadrat schon feindliche Flieger sind. Irgendwann ist nach dem Krieg dieses Ding beseitigt worden.

»Land in Sicht«: Ursula Neumann (stehend), Heinrich Pinkatzky, Lothar Schmidt, Chrstel Köhlhofer, Otto Düben Peter Rüdell.

Haben Sie viel von den politischen Einflüssen am Theater mitbekommen?

F. Rüdell: Nein, wir waren ja noch Kinder. Aber wir haben sowohl von unseren Eltern als auch von unserer älteren Schwester viele Dinge gehört. Dazu muss man sagen, es war wohl an jedem anderen Theater auch so, dass die NSDAP die Kultur vereinnahmt hat.

P. Rüdell: Wo ihr gerade das Skatspielen angesprochen habt: Die Schauspielerin Brigitte Dryander war gebürtige Saarbrückerin und eine Skatspielerin, wie man sie selten antrifft. Sie saß in der Kantine zwischen ihren Auftritten, und hat mit jedem, Bühnenmeister, Tontechniker, egal wer es war, »Skat gekloppt«, wie es hier im Saarland heißt. Und wenn dann der Durchruf vom Inspizienten kam: »Frau Dryander zum Auftritt«, dann hat sie schnell ihre Karte auf den Tisch geknallt und ist auf die Bühne gegangen. Sie soll das einmal mit »Ich muss rauf, ich muss mich umbringen lassen«, kommentiert haben.

F. Rüdell: Oder ein anderer Satz von ihr war: »Wenn ich tot bin, komme ich wieder«. Und nach ihrem Auftritt ist sie wieder in die Kantine gekommen, hat haargenau an der gleichen Stelle ihre Karten aufgenommen und weitergespielt.

»Biberpelz«: Annemarie Burger mit Peter Rüdell und Helmut Schmid (dem späteren Ehemann von Liselotte Pulver).

P. Rüdell: Wir haben oft Statisterie gemacht, und so vieles mitbekommen, was das Publikum nicht mitkriegt. Z.B. bei Schillers »Räubern« stürzen in einer Szene die Räuber in den Raum, wo sich Franz Moor mittels einer Gardinenschnur umgebracht hat, und da kommt der Satz von Karl Moor: »Wer von euch hat mich hierhergelockt?« Und da sagt der für seine Sprüche berühmte Günther Stutz (eigentlich Sprecher am Saarländischen Rundfunk und als Gast einer der Räuber) zu seinem Nachbarn: »Wescht du, wer das war?«

P. Rüdell: Die Bühne war für uns Alltag. Wenn bei einer Inszenierung Kinder oder Jugendliche gebraucht wurden, haben sie immer uns gefragt. Einmal wurde in der Saarbrücker Zeitung, bei der Besprechung von »Land in Sicht« (1953), die »herausragende Leistung des kleinen Peter Rüdell, der sich mit Lebendigkeit und Sicherheit auf der Bühne bewegt«, hervorgehoben. Wobei das ja für uns im Prinzip keine Leistung war, die Bühne war ja Teil unserer Wohnung. Wir haben uns auf der Bühne bewegt, wie hinter der Bühne, das war für uns einfach nichts Besonderes mehr.

F. Rüdell: Und wenn Kinderrollen gebraucht wurden, wurde nicht gecastet wie heute. Wenn es mit dem Alter gepasst hat, hieß es: »Dann nimm doch dem Rüdell seine«. Wir haben nichts gekostet, waren immer da, immer greifbar.

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NORA_SPIELEN!

Theater in Zeiten von Corona

Als am 13. März 2020 der Spiel- und kurz darauf auch der Probenbetrieb am Saarländischen Staatstheater wegen der Corona-Pandemie eingestellt werden musste, hatte das Team schon vier Wochen an Ibsens »Nora oder Ein Puppenhaus« gearbeitet. Das Bühnenbild war fertig und die Kostüme zugeschnitten. Die Proben liefen vielversprechend und alle waren höchst motiviert. Am 4. April sollte Premiere sein. Doch dazu kam es nicht mehr. Was tun?

Die Alte Feuerwache mit dem Bühnenbild von Carolin Mittler.

Alles verschrotten? Die Arbeit aufgeben? Die Regisseurin, die Ausstatterin, die Musikerin sang- und klanglos nach Hause schicken? Die Schauspielerinnen und Schauspieler auf die schon geplanten neuen Stücke der kommenden Spielzeit vertrösten? Nein! So wollten wir nicht mit der geleisteten Arbeit umgehen.

Doch wie könnte man das schon Entstandene, Diskutierte und An-Geprobte in die neue Spielzeit retten? Könnte das Team für einen neuen Zeitraum verpflichtet werden? Wie sah es mit ihren weiteren Engagements aus? Wir telefonierten, planten, tagten und legten einen neuen Probenzeitraum sowie einen neuen Premierentermin fest. Am 5. September könnte man die neue Spielzeit mit »Nora« in der Alten Feuerwache eröffnen! Doch wie sähe diese Arbeit aus? Hatte sich nicht alles verändert?

Die Regisseurin Schirin Khodadadian und Christiane Motter (Nora) auf der Probe.

Erneut diskutierte ich mit Schirin Khodadadian, der Regisseurin, über den Text. – Las sich nicht mit den Erfahrungen von Corona, der Lockdown-Zwangspause, der Lähmung und dem nicht mehr Spielen-Können alles anders? Bekannte und auf den Proben oft gehörte Sätze standen auf einmal in einem anderen Kontext, lösten andere Fragen und Assoziationen aus. Einige Stellen unserer Textfassung verloren an Bedeutung, andere bekamen scheinbar eine neue Dringlichkeit oder Dramatik.

»Eine Tochter soll ihren alten, todkranken Vater nicht schonen dürfen? Eine Frau soll ihrem Mann nicht das Leben retten dürfen?« Oder: »Dieser Dunstkreis von Unaufrichtigkeit vergiftet ein Zuhause. Jeder Atemzug, den die Kinder in so einem Haus tun, ist voller gefährlicher Keime.«

Aber vor allem die Frage: Wie spielt man Theater in Zeiten von Corona? Wie können wir proben mit all den neuen Sicherheitsbestimmungen und Distanzregeln? Und wie wird das Publikum die veränderte Situation und die andere Spielweise wahrnehmen?

Alle Plätze in der Alten Feuerwache haben eine Nummerierung erhalten.

Voller Fragen, aber glücklich begannen wir am Montag, den 17. August, erneut die Proben an Ibsens »Nora« und, um unseren Neustart mit all den Unsicherheiten sowie der Frage nach dem Sinn und der generellen Bedeutung – um nicht das Unwort »Systemrelevanz« zu benutzen – von Theater und Spiel zu markieren, änderten wir den Titel in »Nora_Spielen!«

Fabian Gröver (Doktor Rank), Christane Motter (Nora), Miriam Lustig (Regieassistentin), Martina Struppek (Anne-Marie, Kindermädchen) auf den Proben.

Tatsächlich ist dann auf den Proben auch alles anders geworden. Zwar steht das Bühnenbild, diese wunderbare Spiegel-Spielfläche von Carolin Mittler, wieder in der Alten Feuerwache, doch fast alle Spielrequisiten sind weggefallen. Kein Weihnachtsbaum, der geschmückt wird, keine Geschenkkartons, die ausgepackt und bespielt werden. Stattdessen landen einige Zuschauerstühle, die vom Publikum nicht besetzt werden können – auch hier gilt die Abstandregel von 1,5 Metern – auf der Bühne.

Gaby Pochert (Frau Linde) und Gregor Trakis (Advokat Helmar).

Denn, wenn alles anders ist, dann gilt es, das Andere, die »neue Realität« des Theaters zu befragen! Voller Spiel-Lust schmeißen sich die Spielerinnen und Spieler in die Proben und fragen: Wie hat sich Nora Helmars Puppen-Spiel-Welt verändert? Wie gehen ihre Figuren mit Distanz um? Was ist aus ihrer Sehnsucht nach Nähe geworden? Aber leben sie eh nicht alle in einer Scheinwelt? Spielen sie sich nicht alle etwas vor? Wollen sie nicht alle dabei sein, mitspielen und den schönen Schein wahren? Oder müssen sie mitspielen, um zu überleben? Wer ist Mit- und wer ist Gegenspieler? Jede Figur vertritt eine andere Spiel-Realität und verweist somit auf eine andere Möglichkeit des Lebens, auf ein anders Sein in diesem Ibsen-Kosmos. Doch die Rollenmuster verschieben sich.

Die brüchige Welt ist noch brüchiger geworden. Um so mehr brauchen alle den anderen, ein Gegenüber; wenn nicht als Mitspieler, dann als Zuschauer! Spätestens jetzt bekommen die Zuschauerstühle auf der Bühne eine neue, eine weitere Bedeutung. Spiel als wechselseitige Befragung und Vergewisserung des gesellschaftlichen Miteinanders und der eigenen Existenz.

Das allerdings schon vor Corona. Eine Schauspielerin oder ein Schauspieler nimmt eine Rolle an und spielt sie vor einem Publikum. Das ist die Definition des Theaters! Hier liegen der Reiz, die Lust, die Arbeit, die Erkenntnis und der Sinn.

Gregor Trakis (Advokat Helmar) und Thorsten Köhler (Rechtsanwalt Krogstadt).

Wer nicht dabei ist, hat was verpasst. Theater ist (wieder) live!

Horst Busch,
Chefdramaturg

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Innovation statt Resignation: »Staatstheater goes Völklinger Hütte«

Keine Vorstellungen mehr. Kurz gesagt, aber mit weitreichenden Folgen, denn dies bedeutete: Keine Konzerte, kein Schauspiel, kein Ballett, keine Oper. Kein Lachen, kein Diskutieren, kein Weinen, kein Grübeln oder Schmunzeln mehr. Kein Vorhang, der sich hebt und wieder fällt, kein Applaus, keine Pausengespräche, keine Worte oder Töne, die weit über den Abend hinweg wirken.
Und außerdem: kein Theaterfest, keine Kulturmeile. Seit Mitte März stand das kulturelle Leben auch in Saarbrücken nahezu still. Lahmgelegt. Künstlerinnen und Künstler konnten nicht mehr dem nachgehen, was sie ausmacht: sprechen, singen, tanzen, spielen. Sie wurden im wörtlichen und übertragenen Sinne ihrer Bühne beraubt.
Beraubt wurden auch die Menschen, die einen wesentlichen Teil des Theaters ausmachen: Dem Publikum wurde die Bühne ebenso entzogen, wie den Kunstschaffenden selbst. Nicht nur das Theater wurde geschlossen, ebenso Museen, Kinos, Konzertsäle … etc. pp. Der Ungewissheit zum Trotz wollten der Direktor der Völklinger Hütte Dr. Ralf Beil und Intendant Bodo Busse aktiv werden und Kunst wieder möglich machen. Anders als wir es bisher vielleicht kannten, aber besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Innovation statt Resignation: »Staatstheater goes Völklinger Hütte«.

Szenen aus »GLÜCK. Ein Abend mit sieben Gewinnern und den besten Szenen in Zeitlupe« mit Achim Schneider, Juliane Lang, Ali Berber, Marie Smolka und Bernd Geiling.

Wenige Wochen später: 16562 Schritte, das sind ungefähr 14 Kilometer, knapp 40 Telefonanrufe, keiner dauerte länger als 30 Sekunden, hinzukommt noch eine diverse Anzahl an Funksprüchen, ungefähr 5 Stunden für den Aufbau, 4 Stunden Programm, 2 Stunden Abbau, fast 100 Beteiligte des Saarländischen Staatstheaters, über 50 Programmpunkte, 17 Spielorte, ca. 1600 Anmeldungen. Das sind in etwa die Zahlen des vergangenen Sonntags, die ich in meinem Kopf überschlage.

»La vie en rose« aus »Trüffel Trüffel Trüffel« : Michael Wischniowksi auf der Lok in der Kohlegasse.

Nicht mitgezählt habe ich die Stunden der Vorbereitung, der kreativen wie organisatorischen Denkrunden, die vielen Fahrten vom Staatstheater zur Völklinger Hütte, um noch ein weiteres Mal die Orte abzugehen, an denen die Kunst zu (neuem und anderem) Leben erweckt werden soll.
Die SpartenleiterInnen konzipierten und überlegten zusammen mit den Ensembles und Regieteams, die Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters machten Vorschläge für kammermusikalische Beiträge, weitere Künstlerinnen und Künstler des Hauses meldeten sich, wollten mitwirken, musizieren, sprechen, dabei sein, gesehen und gehört werden. Sichtbar, hörbar, wirksam.

Verena Bukal bereitet sich vor für ihren Auftritt im Schattenhof bei der Klanginstallation zu »Die Politiker«.

Nun packten alle mit an, Vorschläge machen und sichten, Ideen besprechen, verwerfen, suchen und finden. Die Uhr tickte unaufhörlich. Für einen Parcours derlei Größe und Ausmaße sind normalerweise mehrere Monate Vorlauf- und Planungszeit vorgesehen. Nun hatten wir nur Tage, denn die Spielzeitpause lag dazwischen.

Auf dem Schrottgleis: Die Vorbereitungen laufen für die Szenen aus »Nora_Spielen!«, »Die Stripperin« und »GLÜCK«.

Erneut fahren wir zur Völklinger Hütte, die Orte werden konkreter, der Parcours steht. Es wird ernst.
Ist dieser Boden geeignet für einen Tänzer? Kann ich mir an dieser Treppe eine Tänzerin vorstellen? Was meint Stijn Celis dazu? Wie ist die Akustik auf dieser Brücke? Am besten stellen wir hier das Horn-Quartett hin, hier wäre ein schöner Ort für das Beethoven-Duo, die sollten etwas geschützt stehen, vor dem Brombeerstrauch könnte Papageno nicht passender sein, hier die Klanginstallation, da die Szenen aus dem Schauspiel. Nochmal, wie ist die Akustik? Gibt es Strom? Und wer ist eigentlich für das E-Piano zuständig?

Fagott-Trio im Wäldchen hinter der Handwerkergasse: Nicolas Horry, Marlene Simmendinger, Katja List.

Ich schreibe Listen, Pläne, E-Mails, tätige Anrufe, organisiere, strukturiere, informiere. Und alles von vorn. Die Zeit rast. Die Nervosität steigt. Die gehört ja immerhin dazu, zum Showbusiness, so heißt es doch, oder? Wird unser Konzept aufgehen? Funktioniert unsere Kunst vor Ort? Was heißt das überhaupt, »funktionieren«? »Hoffentlich trägt sich das Programm«, höre ich mich nicht nur einmal sagen oder vielmehr fragen. Aber was heißt denn das, »trägt sich das Programm«? Welche Aufgabe hat Kunst, hat Kultur? In diesen Tagen kommt mir diese Frage noch dringender vor als eh.

Braucht die Kunst das überhaupt, eine Legitimation, eine Aufgabe, ein Tragen, ein Funktionieren? Wessen Ansprüche wollen wir erfüllen? Unsere? Andere? An diesem Sonntag und eigentlich auch sonst so.

Percussion Under Construction trifft Tanz in der Cowpergasse: Micaela Serrano Romano, Dominik Minsch, Yaiza Davilla Gómez.

Aber ich habe keine Zeit. Ich packe Lagepläne ein, Telefonlisten, Zeitpläne, Stift, Papier, Klebeband (besser haben als brauchen), auch eine Sicherheitsnadel, die tatsächlich später gebraucht wird, aber ich vergesse, dass ich sie überhaupt eingesteckt habe. Zusammen mit den KollegInnen aus dem Künstlerischen Betriebsbüro geht es Richtung Völklinger Hütte, auch sie haben Listen dabei, Handy, Stift und Zettel griffbereit. Ebenso wie die einmalige Mischung aus positiver Nervosität und routinierter Gelassenheit, die es so wohl nur am Theater gibt.

Statisterie des Saarländischen Staatstheaters.

Sonntag um 10 Uhr kommen wir an. Es geht los. Wer nimmt gleich die KünstlerInnen in Empfang? Wer läuft den Parcours nochmal ab und nimmt die StatistInnen mit? Wer betreut die einzelnen Standorte? Mir reicht man ein Funkgerät und schon sitzt die Dramaturgin auf dem LKW, fährt mit den Kollegen der Technik alle Standorte ab, die später zu Bühnen werden sollen, verteilt mit ihnen und den Orchesterwarten Notenständer, Stühle, Stromkabel, Tische. Wo muss nochmal der Tisch hin? Könnten wir vielleicht einen zweiten bekommen? Und einen dritten? Und wer braucht hier ein Stromkabel? Ein zweiter Blick auf die Uhr, 12.30 Uhr. Uff.

Bernd Geiling liest aus »Amadeus« auf dem Schiff in der Handwerkergasse.

Alle anderen sind ebenfalls längst über das gesamte Gelände verteilt. Alles läuft, wie ein Zahnrad greifen wir ineinander. Wir funktionieren.
Die KünstlerInnen strömen aufgeregt, lachend und – so scheint es zumindest – motiviert und lustvoll zu ihren jeweiligen Spielorten, die sie an diesem Tag zum ersten Mal sehen. Improvisation lautet das Motto des heutigen Tags. Die Gelegenheit am Schopfe packen, einfach machen, spielen, reagieren, aktivieren. Endlich. Theater. Anders, aber nicht weniger aufregend. Wieder ein Blick auf meine Uhr. 13 Uhr. Tick Tack. Keine Zeit für Sentiments.

Fabian Gröver, Martina Struppek, Christiane Motter und Thorsten Köhler mit Szenen aus »Nora_Spielen!« auf dem Schrottgleis.

Und wieder die Fragen, funktioniert alles? Ist die Akustik gut, ist das Programm auch ausreichend abwechslungsreich? Haben wir gut disponiert, entstehen Frei- aber keine Leerflächen? Fühlen sich alle Beteiligten wohl an ihren Standorten, ist alles da? Wie wird das Publikum reagieren, interagieren?

Währenddessen schnappt sich der Intendant beherzt die Kiste mit den Desinfektionsflaschen, aber halt – wo sind denn jetzt eigentlich genau die einzelnen Spielorte? Der Chefdramaturg eilt zu seiner Hilfe. Zusammen ziehen sie los, eine der vielen letzten Runden, bevor es endlich losgeht. In der Zeit erobern sich die Ensembles ihre jeweiligen Spielorte, die wohl kürzesten Proben der Theatergeschichte beginnen. Das Wasser ist verdammt kalt, aber endlich fließt es wieder. Gleich springen wir, alle zusammen.

Teile des Ballettsensembles auf dem Sinterturm.

Klingeling, mein Handy. Ein Notenständer ist kaputt, vom Wind umgeweht und zerbrochen, kein Problem, ich funke schnell den Orchesterwart an. Er kommt keine fünf Minuten später, der Notenständer ist ersetzt. Es beginnt zu regnen, gibt es Planen für das E-Piano? Einen Lappen für den Tisch auf dem Schrottgleis? Gibt es. Der Regen hört auf, die Wolken ziehen weiter, die Sonne kommt durch, der Wind bleibt jedoch.

Oboen-Quartett mit Morzart vor der Hängebahn: Lutz Bartberger, Martina Schnepp, Jan Krause, Raphael Klockenbusch.

Hoffentlich stehen die InstrumentalistInnen nicht in der prallen Sonne, denke ich. Das ist nicht gut für die Instrumente. Aber ich habe an die Überdachung gedacht. Hört der Wind wohl noch auf? Das geht alles auf die Akustik. Sollte ich vielleicht das Streichquartett doch woanders hinstellen? Sind eigentlich alle da? Steht auch ausreichend Wasser bereit in den Aufenthaltsräumen? Haben alle an ihre Masken gedacht?

Percussion Under Construction: Martin Henneke, Johannes Walter und Matthias Weißenauer auf der Bühne im Biergarten.

14 Uhr. Ich horche auf. Von weitem dringen die rhythmisch-dröhnenden Klänge von Percussion Under Construction zu mir durch. Mist. Ich wollte doch den Anfang miterleben, stattdessen stehe ich am ganz anderen Ende des Parcours.

Für einen kurzen Moment überlege ich, schnell zum Anfang vorzugehen. Entscheide mich letztlich jedoch dagegen. Auch da, wo ich jetzt stehe, zwischen rostigen Eisenrohren, sprödem Beton, durch den sich mit all ihrer Kraft kleinste grüne Grashalme ihren Weg bahnen, kann ich die Musik hören. Und mit einem Mal kommt diesem eben noch hektischen Moment eine ungeahnte metaphorisch-poetische Bedeutung zu. Die Kunst war nie wirklich weg, sie darf es nie sein, sie erkämpft sich ihren Weg, ihre Bedeutung, ihre Funktion, ihre Tragweite. Immer.Wieder. Wie der lila blühende Schmetterlingsflieder, der entgegen allen Widrigkeiten mitten aus einer blanken Betonsäule wächst.

Hartnäckig: Schmetterlingsflieder in der Cowpergasse.

Langsam gehe ich den Parcours zu Ende (nicht ohne jede Kunst-Station nochmal eindringlich zu begutachten) und bleibe letztendlich beim Haifisch-Schiff stehen, schaue nach oben in die (mund-nasen-bedeckten) Gesichter unseres Publikums, das sich über die Kohlegasse treiben lässt, staunend und plaudernd, lachend auf das Schiff zeigend, auf dem es gleich ein Cellokonzert geben wird, danach eine Lesung, danach wieder ein Konzert und so fort…

Benjamin Jupé auf dem Schiff in der Handwerkergasse.

Ich gehe weiter und sehe, wie die Menschen runter auf den Erzplatz blicken, auf dem ich die TänzerInnen wähne. Ich vernehme leise Rufe und Laute der Überraschung, der Bewunderung und der Vorfreude. Wieder muss ich in mich hineingrinsen. Wir sind ein schöner Schmetterlingsflieder. Ein starker Schmetterlingsflieder. Unverwelkbar.

Teile des Ballettensembles auf dem Erzplatz.

Und so vergehen die nächsten vier Stunden in Windeseile. Immer wieder klingelt mein Telefon, hat jemand Blasenpflaster? Und hier rutscht eine Hose, ich denke jedoch nicht an die Sicherheitsnadel in meinem Rucksack, stattdessen geht der Beleuchtungsmeister und hat eine Idee. Ich blicke ihm hinterher, er geht vorbei an dem Cello-Schiff, gleich kommt er noch am Fagott-Trio lang und sicher auch am Schrottgleis, wo er die Szenen des Schauspiels passiert, hinter ihm der junge Mann aus der Statisterie, dessen Hose rutscht. Und all das mit dem Ziel, ein Kostüm mit einem Kabelbinder zu reparieren. Alle SpartenleiterInnen sind vor Ort, laufen permanent in die Runde, prüfen, beobachten, reagieren, packen an.

Statisterie und Publikum auf dem Weg durch den Parcours.

Immer wieder lasse auch ich mich über das Gelände der Völklinger Hütte treiben, beobachte aufmerksam die gespannten oder verzückten Gesichter des Publikums, die sich von Sébastien Jacobi dazu animieren lassen, eine Republik des Glücks zu gründen. Die Augen (und Ohren) werden groß, als Christiane Motter lauthals verkündet, sie sei eine Stripperin und keine Nutte. So. Das muss man auch mal klarstellen dürfen.

»Abstandskollektiv«: Kreatives Schreiben auf dem Picknickplatz mit der Theaterpädagogik.

Entgegen dem Strom gehe ich zurück durch den Schattenhof und vorbei an Vogelgezwitscher, erinnere mich an zwei Stunden zuvor zurück, wo eben hier gleichermaßen eindringlich wie (ver-)zweifelnd über die Zu- und Missstände der Politik debattiert wurde. Immer wieder ein Blick auf mein Handy. Alles funktioniert.

Ich gehe weiter Richtung Cowpergasse, einer der Orte, der den BesucherInnen im normalen Betrieb der Völklinger Hütte vorenthalten bleibt. An ihrem Ende bleibe ich stehen. Mozart.

Mozart in der Cowpergasse.

Die Sonne bricht durch die verzweigte Architektur der stählernd-betonesken Gasse, die Menschen halten Abstand und doch zusammen. Sie lauschen dem Flötenquartett. Einige mit direktem Blick auf die Musizierenden vor ihnen, andere lassen staunend ihre Augen durch den Raum wandern, nach oben zu den riesigen Rohren, Streben und Säulen. Andere fotografieren, unterhalten sich flüsternd, verstummen, lauschen wieder. Manche gehen weiter, wollen noch mehr sehen und hören. Am Ende: Applaus. Alles wie immer eigentlich. Eigentlich wie immer und doch alles anders.

4 Stunden später: Feierabend. Kostüme aus.

Ich denke zurück an die Pressekonferenz wenige Tage zuvor. Ob die Kunst Corona brauchte, ob »die Kunst« Corona als Chance sehe? Die Worte unseres Intendanten Bodo Busse kommen mir wieder in den Sinn: »Wir alle haben die Pandemie nicht gebraucht. Auch die Kunst nicht, um kreativ zu werden.« Ich stimme ihm zu. Wie am Mittwoch schon. Wir brauchten die Pandemie nicht. Niemand brauchte sie.

Aber die Kunst, die braucht man. Immer. Überall. Sie funktioniert.

Frederike Krüger,
Dramaturgin für Musiktheater und Konzert



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MIT ABSTANDS-, ABER OHNE GLÜCKSDIKTAT

»Glück« & Theatermachen zu Spielzeitbeginn

Das Theater ist wieder belebt. Auf meinem Weg zum ruhiger gelegenen Dramaturgieseitenarmflur passiere ich die Maske, eine Kollegin mit Pferdekopf kommt mir entgegen, ich werfe einen neugierigen Blick auf die Große Bühne, auf der gerade das Bühnenbild des Troubadour emsig eingerichtet wird, kurzes »Morje!«, konzentrierte Direktionsetage – Stille, Ballettsaal – Klavierklänge, Kostümabteilung – dort werden wieder Kleiderständer bestückt!, ich verlangsame am Orchesterprobensaal, aus dem dramatische Läufe erklingen, wenn auch nicht so voll im Klang, wie wenn ein gesamtes Staatsorchester spielte, und ab an den Computer, um eine Szene der GLÜCK-Stückentwicklung inhaltlich zu schärfen.

Das ist nach all den Sicherheitsmaßnahmen diesen Jahres schon ganz schön viel Normalität. (Dass ich vergesse, dass Maske, Registrierung, Desinfektionsmittel etc. Eingang in den Arbeitsalltag gefunden haben, ist eher ein Zeichen dafür, wie sich der Begriff des Normalen beliebig weitet.)

Auf den Proben ist Abstand ein allpräsentes Thema, das Ensemble der Schauspielproduktion »Glück« ist diszipliniert, aber reagiert aufgebracht über ständig zurückgehaltene Impulse beim Spielen – die Vielfalt an theatralen Mitteln wird ihn, diesen 1,5-bis-3 Meter-Koloss, inhaltlich problemlos überwinden, aber die Sehnsucht nach Nähe, auch nach gezeigter körperlicher Nähe, wächst mit dem Ausbleibenmüssen im öffentlichen Leben. Sehnsucht nach Nähe bei gleichzeitiger körperlicher Distanz birgt aber auch ein politisches Potenzial. Und da freue ich mich ganz besonders auf eine Szene in GLÜCK, die diesen neuentstandenen Abstandsraum zwischen uns Menschen durchaus utopisch (ja, utopisch! freudig! als Chance!) zu begreifen wagt.

Welche politische Utopie in Abstand stecken kann, wie Fortuna ihr Füllhorn für uns nutzt und ob Besserland im Stück tatsächlich besser ist, verrät Ihnen GLÜCK – ein Abend mit Abstands-, aber ohne Glücksdiktat – ab dem 12. September.

Bettina Schuster-Gäb,
Schauspieldramaturgin

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Eine spannende Erzählkette

Abstands-Kollektiv – Gemeinsam ein Stück schreiben

Eine Schreibwerkstatt am Saarländischen Staatstheater

45 Abstandsautor*innen (von 6 bis 70 Jahre alt) haben im Homeoffice mehr als sieben Wochen lang Texte geschrieben mit dem Ziel gemeinsam ein Theaterstück zu schreiben.

Jeden Donnerstag bekamen sie von mir eine Schreibanweisung per E-mail und haben jeden Mittwoch ihre Texte zurückgeschickt.

Durch die wöchentliche Mischung der Texte wurden Figuren, Orte und Situationen zwischen den Teilnehmenden ausgetauscht und schließlich entstand so eine Kette verschiedener Texte.

Lena stellt sich zum Beispiel die Figur von Edgar Stock vor: 13 Jahre alt, grüne Augen, orange als Lieblingsfarbe. Edgar mag die Blues Brothers und das Buch »Die drei ??? und der Super-Papagei«, aber hasst Rosenkohl. Zeitgleich aber an einem komplett anderen Ort im Saarland ruft Frank von zu Hause eine andere Figur ins Leben: Marc Muller, 35 Jahre alt, blaue Augen. Marc hat als Lieblingsfarbe schwarz und arbeitet als DJ. Wahrscheinlich gibt es einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass Marc kein Frühaufsteher ist.

Mit solchen Figuren als Inspiration schreibt nun Rebecca, eine andere Teilnehmerin des Abstands-Kollektivs ihren idealen Quarantäne-Ort, wo man dem Rauschen des Meeres lauschen kann. Dabei leitete sie ihren aktuellen Lieblingssong »Our Last Summer- Mamma Mia« weiter, der später Lena helfen soll in die Stimmung des Ortes hineinzukommen und weiter zu schreiben…

Als Vorgeschmack auf das fertige Stück lesen Sie hier Rebeccas Fantasie:

Wenn ich die Augen öffnen würde, sähe ich als erstes das tiefblaue Schimmern der Kristalllampe über mir hängen. Die einzelnen Kristalle klirren sanft aneinander und breiten ein Gefühl der Ruhe in mir aus. Das vor mir weit geöffnete Fenster lässt eine sanfte Meeresbriese hineinwehen. Dieser salzige Meeresgeruch ist alles was ich brauche, um mich wohl zu fühlen. Die weißen fast transparenten Vorhänge öffnen sich mit dem warmen Windstoß leicht und machen Platz für eine atemberaubende Aussicht. Meer, so weit das Auge reicht. Wer hätte gedacht, dass ich tatsächlich mal in Sardinien enden würde? Das sanfte Rauschen der Wellen wird durch das Klirren des von der Decke hängenden Windspiels neben mir unterbrochen. Ich drehe mich zur Seite und sehe, dass sich hinter meiner geöffneten Zimmertür meine Rutsche verbirgt. Entspannt gehe ich auf die Tür zu und an meinem Aquarium vorbei, an dem meine beiden Fische Winfried & Diane ungestört umherschwimmen. Dank meiner gestrigen Putzarbeit wirkt das tiefblaue Wasser heute klarer denn je. Im Wohnzimmer angekommen steht auch schon meine Rutsche. Viele, die mich bisher besuchten haben, sind vor dieser massiven und, zugegebenen, etwas absurd wirkenden Rutsche bei erstem Hereintreten oft zurückgeschreckt, aber was kann ich sagen? Niemand darf das Kind in sich vergessen.(Rebbeca)

Anna Arnould-Chilloux,
Theaterpädagogin